#Blockupy #Sündenblock Demo am 08. Juni: Kleiner Bericht einer schönen, fetten Demo..

Die Demo endete am EZB.

Die Demo endete am EZB.

Gastbeitrag (unter Pseudonym) von Rudolf Rocker. 

heut morgen (Samstag, den 08. Juni) gings mit fruehen Zuegen nach Frankfurt, dort sollte eine grosse Solidemo fuer die Menschen, die am 1. Juni Opfer des Polizeikessels bzw. der Polizeigewalt geworden sind, stattfinden. Gegen 12 Uhr sollte es am Baseler Platz auf die Ursprungsroute der Blockupydemo gehen, am Nachmittag, nach einigen Kilometern laufen sollte es die Abschlusskundgebung vor der EZB am alten Occupycampgelaende geben..

Viele Menschen tippten, im Vorfeld, auf eine Beteiligung von so 1000 bis 2000 Leuten, angemeldet waren 300 Menschen. Als wir am Baseler Platz angekommen sind, waren aus weiter Entfernung schon viele bunte Regenschirme zu sehen, eine Anspielung auf den “Kesselgrund” bzw. auf den “Rechtfertigungs”versuch der Polizeifuerhung, welcher behauptete, “die Leute haetten sich, u.a. am letzten Samstag mit Regenschirmen vermummt”. Viele Menschen fluteten den grossen Platz, er erinnerte, von der Menge her, an die Grossdemo letzten Samstag. Jedoch war viel weniger Polizei da, vereinzelt saeumten kleinere Trupps die Strassenraender, jedoch war die Situation voellig anders als am 1. Juni. Die zahllosen Hundertschaften bzw BFE-Einheiten, welche massgeblich zur Eskalation am 1. Juni beigetragen haben, waren im Demoverlauf kaum praesent, die Polizei kuemmerte sich meistens eher um das Regeln des Verkehrs. Die sporadisch auftretenden Polizeitrupps in Kampfmontur standen in erster Linie vor ein paar Banken.

20130608_115827Der Demozug, der immer bunter und festartiger wirkte und abschliessend von einem Gezipark-Soliblock gefolgt wurde und gut und gerne 20 Minuten brauchte, um vom Baseler Platz loszuziehen, machte als erstes einen Zwischenstopp an der Stelle des Frankfurter Kessels. Hier folgten erste Redebeitraege, welche insbesondere die Innenpolitik der hessischen Landesregierung in die Kritik nahmen. Ruecktrittsforderungen des Innenministers wurden mit grossem Applaus beantwortet. Nach einer (geschaetzten) halben Stunde Zwischenkundgebung zog der bunte, froehliche und kraftvolle Demonstrationszug ohne Stress weiter zur Konstablerwache/Zeil. Hier folgten weitere Redebeitraege, insbesondere eine sehr deutlich formulierte Abrechnung mit der bestehenden Politik auf Landes- und Bundesebene durch einen bekannten Kabarretisten. Ein sich durch die Massen “kaempfender” Krankenwagen brachte kurz Verwirrung in den Demozug, jedoch organisierte dieser die Situation selber bzw. hatte die Situation schnell im Griff und kurze Zeit spaeter gings auch weiter, nun via hessische Landesbank zur alten Oper. Auf dem Weg dahin schwoll der Zug stark an, auf einem hoehergelegenen Stueck Rasen konnte mensch die Dimensionen der bunten, lauten Demo, die eine hohe Aussagekraft durch selbstgebastelte Schilder und Transpis sowie Kunstperformances und Nebenaktionen wie Clowns-Armee oder MusikerInnen ausstrahlte, erahnen. Massenhaft stroemten die Leute ueber die Strasse, vermutlich waren es zu diesem Zeitpunkt 15.000 Leute, eine, fuer deutsche Verhaeltnisse und fuer eine Mobilisierungszeit von wenigen Tagen absolut ueberraschende Zahl. Unter den Leuten waren anscheinend vorallem Menschen aus der Region, immer wieder mal war schwaebischer oder hessischer Dialekt in den zahllosen Diskussionen und Parolen herrauszuhoeren. Parteifahnen waren zwar praesent (ein paar mal Piraten und Linke, eine DKP-Fahne, ein paar Gruenenfahnen sowie zwei Fahnen der Jusos) jedoch nicht so dominant wie bei der Buendnisdemo am 1. Juni. Auffaellig war eine sichtbare Beteiligung der Gewerkschaft “Ver.Di”.

20130608_122656An der Oper flutete die Menge dann den Vorplatz und der Springbrunnen wurde bei 30 Grad als wilkommene Abkuehlungsmoeglichkeit ausgenutzt. Die gute Stimmung hielt auch hier an, Redebeitraege, die insbesondere nochmals das Thema “Versammlungsrecht” und “demokratische Partizipation” beinhalteten dominierten die letzte Zwischenkundgebung. Der gesamte Platz war phasenweise ueberfuellt mit immmer wieder nachstroemden Protestierenden. Jedoch ist anzumerken, dass die Demo hier spaeter auch etwas ausduennte, was mit der Hitze, der Laenge der Redebeitraege und der langen Laufrute zu erklaeren ist. Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.
Am Schluss kam die Demo nach den letzten hundert Metern Laufstrecke gutgelaunt am Ursprungs-Endpunkt der Demo des 1. Juni an, der EZB. Im Park vor dem Bankenkomplex enstand eine angenehme Stimmung, welche ein wenig an ein Festival erinnerte. Die Leute nahmen sich den Park, redeten, diskutierten, entspannten, posierten mit ihren Schildern und Pappen ein letztes Mal fuer die (recht zahlreich anwesende) Presse, es wurde sich vom Lauti nocheinmal fuers kommen bedankt.
Begleitet wurde die grosse Demo uebrigens von einem “Suendenblock”, welcher als Kunstinstallation im Frontteil der Demo zu finden war sowie von einem ominoesen “schwarzen Block”, dem am Ende ganz heiss wurde.

20130608_135846Zusammenfassend laesst sich die Demo als “Ueberraschungserfolg” werten. Ein schlimmer Anlass liess die Menschen naeher zusammenruecken und es entstand eine positive Verarbeitung des “Frankfurter Kessels”. Es war faszinierend zu sehen, wie energiegeladen und bunt Massenprotest sein kann, abseits der typischen “Buendnisdemos”, die gern in Bloecken organisiert werden. Die Handschrift der Occupybewegung gab der Demo zusaetzlich einen Graswurzeltouch, auch die temporaere Annahme oeffentlicher Raeume und Parks war heute unuebersehbar. Sei es am Ende im Park vor der EZB, sei es am Platz vor der Oper, sei es aber einfach auch auf der Strasse… Denn die bunte Grossdemo zeigte um so beeindruckender auf, dass sich die Menschen nicht durch polizeiliche Gewalt und Repression spalten lassen, viel eher waechst eine emanzipatorische Bewegung nach Angriffs- und Spaltungsversuchen seitens der Repressionsorgane, um so kraftvoller zusammen..

Video: Blockupy: Demo against police violence in Frankfurt June 8

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